born in the 60's, grew up in the 70's and lived in the 80's
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Working Mum Diary

Ich habe gestern mal meinen Desktop aufgeräumt und bin über einen 3 Jahre alten kleinen Text gestolpert, den ich euch nicht vorenthalten möchte ;-)

 

Ich liege am weißen pudrigen Strand - mein Blick schweift über türkisfarbenes Meer in die Ferne -eine leichte warme Brise streichelt meine gebräunte Haut – am Glas meines eiskalten Getränkes perlen die Wassertropfen hinab – ich greife zur frisch aufgeschnittenen Melone - …… 

PIEP – PIEP - PIEP

Nein! Oh nein! Der Wecker! Es ist schon wieder 06.15 Uhr, draußen herrscht noch Dunkelheit und der Regen trommelt an die Scheiben. Wo ist mein Südseestrand? Ich quäle mich aus dem Bett und wanke ins Badezimmer. Ein müdes, zerknautschtes und blasses Gesicht blickt mir aus dem Spiegel entgegen. Bin ich das wirklich? Nach einer Dusche überprüfe ich das Spiegelbild nochmal – ja, eindeutig mein Gesicht. Trotzdem ist nur die schnelle Restauration fällig, denn der Minutenzeiger rückt unbarmherzig vor.

Dann nichts wie ab in den Wahnsinn eines ganz normalen Tages einer berufstätigen alleinerziehenden Mutter.
Bis zum Verlassen des Hauses ist alles generalstabsmäßig geplant: Kind wecken, Hund in den Garten herauslassen, Teewasser aufkochen, Brote schmieren, nebenbei anziehen. Das Kind zum zweiten Mal wecken, Teewasser erneut aufkochen lassen und gleich umfüllen, Kind energisch zum dritten Mal wecken, mit Fernsehverbot drohen. Lieblingsjeans vom Kind suchen und nicht finden, Überredung zur Zweitlieblingsjeans, nebenbei Kakao umrühren. Brote einpacken, quatschnassen Hund wieder hereinholen, sich über die pflegeleichten Fliesen im Flur freuen. Frischen Pullover für das Kind aus dem Schrank holen, kakaobeflecktes T-Shirt in den Wäschekorb werfen, beim Blick auf die Uhr zur Eile antreiben. Überall Licht ausmachen, Tür abschließen, alles ins Auto verfrachten und los geht’s.

Nachdem  mein Sprössling an der Schule abgesetzt ist, liegen 30 min. Autofahrt zum Büro vor mir. Ich stelle mir vor, dass der heiße Tee aus meinem To-Go-Becher so gut wie ein eiskaltes Getränk am Strand schmeckt. Klappt irgendwie nicht.

Ein voll ausgefüllter Bürotag liegt hinter mir und ich fahre mit der Hoffnung nach Hause, dass mein Kind den Hund mittags ausgeführt und sich das fertige Mittagessen in der Mikrowelle aufgewärmt hat. Die Hoffnung auf erledigte Hausaufgaben schiebe ich lieber beiseite, die Erfahrung hat mich etwas anderes gelehrt. Ich sollte Recht behalten, nur mal so nebenbei erwähnt.

Nachdem Mutter und Kind sich über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten haben, werden noch die nötigsten Hausarbeiten erledigt. Für den Rest ist schließlich das Wochenende da, oder?
Schließlich lande ich auf dem Sofa, Füße hoch und Fernseher eingeschaltet.

Das war also wieder ein Tag im Leben einer alleinerziehenden Mutter. Und ich denke nur noch:

- wo ist der Südseestrand? –

 Vielleicht träume ich ja nächste Nacht wieder……

 

 

Oder aber es gibt inzwischen eine App dafür :-D

(Inzwischen ist das erwähnte Kind fast volljährig, und es läuft morgens schon entspannter ab)

 

Das Haus ruht nicht auf der Erde, sondern auf den Schultern der Frau.

— mexikanisches Sprichwort

 

 

8.2.16 21:53


WhatsApp

Je weiter wir in die Vergangenheit schauen können,desto weiter können wir wahrscheinlich in die Zukunft schauen        — Winston Churchill

 

Mein Handy hat gerade gezwitschert…. Eine WhatsApp-Nachricht. Ich reiß mich mal zusammen und schreibe erst mal weiter…  nein, ich will noch nicht wissen, wer es war.

 

Was wären wir heute ohne WhatsApp?

  • Kiddies müssten wieder kleine Zettelchen schreiben und während des Unterrichts durch die Reihen weiterleiten lassen (Willst du mit mir gehen? Ja/Nein/ Vielleicht)
  • man müsste wieder einen Handytarif mit vielen Frei-SMS abschließen
  • Mütter könnten nicht mehr ihre Teenager stalken, wenn sie ihren Freund/in besuchen (gucken sie noch YouTube-Videos oder war er/sie schon lange nicht mehr online??)
  • Was sollen wir mit den ganzen Selfies und Schnappschüssen machen, wenn wir sie nicht gleich weiterleiten können??? Ganz zu schweigen von den Millionen kleinen Filmchen und Sprüchen, die im Handyspeicher schlummern.

 

Ganz ehrlich? Ich möchte es nicht mehr missen und bin beruhigter, wenn mein Sohn auf Achse ist und er gefühlt erreichbar ist.
Das Thema Head-Down-Generation ist eine andere Geschichte ;-)

So, jetzt aber schnell mal nachgucken…….

7.2.16 22:32


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